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Dienstag, 9. Februar 2016

Björns ultimativer Super-Bowl-Ads-Rückblick 2016

Quellen: www.youtube.com
In Deutschland kann man bekanntlich während der Sat.1 Liveübertragung die lustigen Super Bowl Commercials der Amerikaner NICHT sehen. Zum Glück leben wir im Youtube-Zeitalter und ich präsentiere hier wie in jedem Jahr meine persönlichen Top 10 Super Bowl Ads.

Noch kurz ein Zahlenspiel vorab. Super Bowl 50 zwischen den Denver Broncos und Carolina Panthers stellte nicht nur einen neuen Rekord auf für das teuerste Super Bowl Ticket: 27.983 US Dollar! Auch die Werbepreise stiegen gewöhnungsgemäß an und erzielten zum goldenen Jubiläum einen neuen Rekordwert von 5 Millionen Dollar Kosten für einen 30-Sekunden-Spot

1967, Super Bowl I,               $42,500
1976, Super Bowl X,            $110,000 
1986, Super Bowl XX,          $550,000
1996, Super Bowl XXX,     $1,085,000
2006, Super Bowl XL,        $2,500,000
2016, Super Bowl 50,        $5,000,000
Quelle: Nielsen Media Research

Die "Winning Formula" ist jedes Jahr ähnlich: sprechende Tiere, Prominente, Babys gehören zum Inventar. Umso erfrischender, wenn es ein paar Clips gibt, die aus der Reihe tanzen & positiv überraschen (wie bspw. Audi mit dem Astronaut).

Leider hat der Chipshersteller Doritos zum letzten Mal den "Crash The Super Bowl" Contest ausgerufen, bei dem einfach jeder seine Ideen einreichen konnte und am Ende wurden die besten zwei ausgewählt und im Super Bowl ausgestrahlt. Über die letzten 10 Jahre hinweg gelang Doritos damit ein Marketing-Coup: Ohne die Unterstützung super-teurer Agenturen produzierten sie die lustigsten Spots durch Ideen aus dem Volk. 

Genug gelabert, here we go - meine persönliche Top Ten 2016:
1. Heinz - Fand den Spot mit den "Hot Dogs" im Vorfeld schon super.
2. Doritos - Das Ultraschall-Spot ist Männerhumor allererster Güte.
3. Hyundai - Ich möchte Kevin Harts Tochter nicht daten.
4. Honda - Wer mag die Band Queen? Und singende Schafe? Ich! 
5. Audi - Der Astronaut Clip hat Kino-Feeling (Musik: David Bowie)
6. Toyota - Der neue Prius-Hybrid als Fluchtwagen
7. Buick - Emily Ratajkowski ("Blurred Lines") mit Catching Skills.
8. Snickers - Amerikas Sweetheart ist plötzlich nicht mehr so süß.
9. Doritos - Auch Hunde lieben die Chips.
10. Hyundai - Für alle weiblichen Zuschauer: Der "Sexiest Man Alive"

Erwähnenswert - Nicht nur die Halbzeit-Show mit Coldplay, Bruno Mars und Beyonce hatte am Ende eine Botschaft, auch dieser lehrreiche und sinnvolle Werbespot von Colgate.

Filmtrailer - Hollywood ließ sich mit insgesamt 12 Trailern nicht die Gunst der Stunde entgehen, die neuesten Blockbuster vor einem Millionenpublikum zu bewerben (u.a. Das Dschungelbuch). Der 14. Juli 2016 ist bei mir im Kalender jetzt schonmal fett mit Rot markiert: Independence Day 2 

Schlecht, einfach nur schlecht (ihr müsst diesen Link nicht klicken, falls ihr Albträume vermeiden wollt). Der verstörende Mountain Dew Spot nennt sich "puppymonkeybaby"... Sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt.

Welcher ist Euer persönlicher Favorit?
Feedback gern in den Kommentaren, oder per Twitter/Instagram an @bjoernhesse

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Björns ultimativer Super-Bowl-Ads-Rückblick 2011 

Montag, 16. Februar 2015

Björns ultimativer Super-Bowl-Ads-Rückblick 2015

In diesem Jahr hatte ich Ende Januar in Phoenix bereits eine Super-Bowl-Ads-Vorschau für ran.de verfasst. Bei der eigentlichen NBC-Übertragung am 1. Februar liefen insgesamt 61 Werbespots.

Wie in den Vorjahren stiegen erwartungsgemäß die Werbepreise. Zu Super Bowl 50 im nächsten Jahr können wir sicherlich mit fünf Millionen Dollar pro 30 Sekunden rechnen. Hier ein paar Zahlen zur Kosten-Entwicklung auf 30-Sekunden-Basis:

1967, Super Bowl I,               $42,500
1976, Super Bowl X,            $110,000 
1986, Super Bowl XX,          $550,000
1996, Super Bowl XXX,     $1,085,000
2006, Super Bowl XL,       $2,500,000
2015, Super Bowl XLIX,     $4,500,000
Quelle: Nielsen Media Research

NBC toppte ebenso mit der Übertragung des NFL Endspiels den Allzeit Quotenrekord in den USA. Super Bowl 49 lockte nochmal über zwei Millionen Zuschauer mehr an als im Vorjahr. Allein in den USA verfolgten im Schnitt 114,4 Millionen Zuschauer, wie sich die New England Patriots gegen die Seattle Seahawks durchsetzten - die höchste jemals gemessene Zuschauerzahl in den USA. Super-Bowl-Übertragungen belegen nun die Plätze 1 bis 6 in der ewigen US-Quoten-Hitliste.

Auch Sat.1 durfte sich in diesem Jahr wieder über starke Quoten freuen. Schon die Vorberichterstattung ab 23:15 Uhr schauten schauten sich 1,4 Millionen Zuschauer an (entspricht starken 15,7 Prozent in der Zielgruppe von 14 bis 49 Jahren). Normaler Schnitt beim Bällchensender sind knapp unter 10 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe. Deutlich nach Mitternacht stieg die Zuschauerzahl im ersten Viertel sogar auf 1,64 Millionen (19,5% Marktanteil beim Gesamtpublikum, 30,1% in der Zielgruppe). Im weiteren Spielverlauf zogen die Marktanteile erwartungsgemäß weiter an bis auf herausragende 41,7 Prozent. 


In diesem Beitrag will ich mich jedoch rückblickend mit meinen Lieblings-Werbespots 2015 beschäftigen, die bei der Übertragung in Deutschland nicht zu sehen sind. Seit 1989 führt die Tageszeitung USA TODAY eine Echtzeit-Messung zu den Werbeclips durch und veröffentlicht am Montag nach dem Spiel das sogenannte „Ad Meter“ Ranking. Zum 13. mal in 15 Jahren gelang dem Bier-Produzenten Anheuser-Busch die Produktion des erfolgreichsten Clips. Die Rettung eines entlaufenen Hundewelpen durch die für Budweiser typischen Clydesdale-Pferde erweichte die Herzen von Millionen der Zuschauer. 


Hier ist meine persönliche Top Ten 2015:

1. Fiat - Die blaue Pille lässt in Italien ganz andere Dinge anschwellen 
2. BMW i3 - Einige Innovationen brauchen ein Weilchen
3. Avocados From Mexico - First Draft Ever
4. Kia - Pierce Brosnan kann seiner James Bond Rolle einfach nicht entwachsen
5. Always - Der "Lika a Girl" Spot regt zum Nachdenken an
6. Dodge - Ein paar 100-Jährige verbreiten ihre Lebensweisheiten
7. Budweiser - Der verlorene Hundewelpe berührt natürlich das Herz
8. Esurance - Bryan Cranston in seiner Paraderolle als Heisenberg
9. Doritos - Singlemänner können erfinderisch werden für eine heiße Mutti
10. Victoria's Secret - Was gibt es gegen Lily Aldridge & Co. einzuwenden? Nichts! 

Welcher ist Euer persönlicher Favorit?

Feedback gern per Twitter an @bjoernhesse

Noch ein äußerst interessanter Nachtrag: Im Super Bowl Magazin hatte ich gelesen, dass es diesmal erstmalig eine Stadion-App gab, über welche man auch als Zuschauer im University of Phoenix Stadium sämtliche TV-Werbespots live mitverfolgen konnte. Man verpasst also nichts mit mobilem Second-Screen in der Hand und Kopfhörern im Ohr.


Was freue ich mich jetzt schon auf den 7. Februar 2016, dann definitiv live im Levi's Stadium von San Francisco! All dreams are crazy, until they come true.


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Björns ultimative Super-Bowl-Ads-Vorschau 2015
Björns ultimativer Super-Bowl-Ads-Rückblick 2014 
Björns ultimativer Super-Bowl-Ads-Rückblick 2012 
Björns ultimativer Super-Bowl-Ads-Rückblick 2011 

Donnerstag, 29. Januar 2015

Björns ultimative Super-Bowl-Ads-Vorschau 2015



In den vergangenen vier Jahren hatte ich immer rückblickend mein Fazit abgegeben zum Thema Super-Bowl-Werbeanzeigen. In diesem Jahr habe ich mich vorab etwas hingesetzt, mir alle verfügbaren Clips online angeschaut und diesen Text verfasst. Jetzt benötige ich nur noch bis Sonntag einen Abnehmer für meine warmen Worte. Viele Clips werden erst zum eigentlichen Spiel veröffentlicht, also wird es sicherlich noch einen kleinen Rückblick von mir geben.



Der teuerste Werbetag des Jahres

Das Warten hat bald ein Ende! Am Sonntagabend findet in Glendale, einem Vorort von Phoenix im US Wüstenstaat Arizona, das Finale der nordamerikanischen Football-Profiliga NFL statt. Das Endspiel zwischen den New England Patriots mit dem Deutschen Sebastian Vollmer und dem amtierenden Meister Seattle Seahawks ist nicht nur sportlich reizvoll. Auch aus Marketingsicht sprechen die Amerikaner nicht von ungefähr vom "Super Sunday". 

Alljährlich entbrennt zum NFL-Endspiel ein Kampf der Vermarkter um die Gunst der Zuschauer. Der übertragende Sender NBC gab zur Mitte der Woche bekannt, dass alle verfügbaren 70 Werbe-Einheiten ausverkauft sind. Die Kosten für einen 30-Sekünder stiegen 2015 um eine halbe Million Dollar an auf einen Durchschnittswert von mittlerweile 4,5 Millionen US Dollar. 

Unterhaltung für Männer und Frauen

Die einfallsreichen Super Bowl Clips laufen zwar nur in Ausnahmefällen auch im deutschen Fernsehen, doch dank Youtube sind die Videos weltweit zu sehen. 2011 war Volkswagens „Darth Vader Kid“ ein globaler Erfolg.

Sowohl Männer als auch Frauen schätzen die unterhaltsamen Spots während der Spielunterbrechungen. Für einige Zuschauer ist die Werbung sogar der einzige Einschaltgrund. „Football interessiert mich nicht. Aber die Werbung finde ich lustig“, sagt Lorenza Sharpe aus Phoenix.

Nur zwei Wochen nach dem NFL-Endspiel ist Valentinstag. Da kann es nicht schaden, wenn im vierten Quarter nach der Two-Minute-Warning Victoria Secrets Engel wie Candice Swanepoel die Helden der Schöpfung dezent daran erinnern. Victoria Secret Geschäftsführerin Sharen Jester Turney: „Der Super Bowl ist die beste Möglichkeit für uns, ein globales Publikum darauf hinzuweisen, dass der Valentinstag gleich um die Ecke ist.“

Weniger Autowerbung

Bei einer Machosportart wie American Football darf Autowerbung in den Pausen natürlich nicht fehlen. 11 Hersteller warben beim 2014er Super Bowl. In diesem Jahr tätigte nur eine Handvoll die kostenintensive Investition. Von den sonst so gängigen Vertretern fehlen Ford, Lincoln, Hyundai, Honda, Acura, General Motors und Volkswagen.

Laut Analysten verzichten viele in diesem Jahr, da das Timing mit Produktneuheiten nicht richtig passt und weil in der Vergangenheit einfach zu viel Geld verblasen wurde. Allein in den letzten 10 Jahren gaben Autohersteller über 500 Millionen Dollar für Super Bowl Ads aus, fast 25% aller Werbespot-Kosten.

Trotzdem buhlen zwei deutsche Fahrzeughersteller dieses Jahr um die Gunst der US-Zuschauer. BMW präsentiert sich dabei deutlich innovativer als Mercedes-Benz, die auf ein animiertes Rennen zwischen Hase und Schildkröte setzen. Der rein elektrische BMW i3 aus Bayern läutet hingegen ein neues Zeitalter ein, an das sich viele Menschen erst noch gewöhnen müssen. „1994 hatten die wenigsten von uns eine Ahnung was das Internet war. Ähnliche Verständnisprobleme gibt es derzeit noch mit Elektromobilität“, sagt der Marketing-Vizepräsident von BMW Nordamerika, Trudy Hardy.

Weit weniger als in den Vorjahren setzen die Hersteller auf protzige SUV-Botschaften. Dennoch wirbt Lexus mit lauten Motorengeräuschen und Toyota mit dem Getöse von Muhammad Ali. Kia hofft auf den Star-Faktor und wirbt mit Ex-James-Bond Pierce Brosnan für den neuen Sorento. Noch ein Geheimnis ist der Werbespot von Nissan. Gut möglich, dass der Hersteller des Leaf, dem weltweit am meisten verkauften e-Auto, ebenso elektrisiert wie BMW. 

Teaser statt Vorabveröffentlichung

Viele Hersteller halten ihre Clips noch zurück. Oft werden vor dem eigentlichen Spiel nur Teaser Videos im Internet gestreut, um beim Zuschauer Spannung aufzubauen (englisches Motto: Tease but not fully release). Skittles ist in diesem Jahr erstmals unter den Werbern vertreten. Die Lieblingssüßigkeit von Seahawks Running Back Marshawn Lynch gibt im Internet nur wenige Details Preis. 

Unter dem Hashtag #SettleIt diskutiert die Twitter-Gemeinde, was wohl in dem eigentlichen Werbespot passieren wird. „Fans sollten sich auf das Unerwartete gefasst machen. Es geht darum die Zuschauer und Skittles Fans auf humorvolle Art und Weise zu unterhalten“, sagte Matt Montei, Marketingleiter von Wrigley, zu denen Skittles gehört.

Social Media wurde in den letzten 3-4 Jahren immer wichtiger bezüglich der Viralität der Clips. Mehr als 10 verschiedene Hashtags kursieren bereits zu veröffentlichten Videos im Internet. Durch die vorzeitige Veröffentlichung werden teilweise  einige Millionen Views vorab auf Youtube generiert, bevor die Werbung überhaupt zum ersten Mal im TV ausgestrahlt wird. So baut man einen Hype auf. Nur dass der Hype in diesem Jahr bisher ausgeblieben ist. Einzig die Fastfood-Kette Carl’s Junior hat dank des prall bestückten Models Charlotte McKinney in den Tagen vor dem Super Bowl mit dem freizügigen All-Natural Burger“-Clip knapp 6 Millionen Clicks auf Youtube erzielt (Stand 29.01.2015). 

Bier und Chips dominieren

Der Bierfabrikant Anheuser-Busch produziert seit Jahrzehnten die beliebtesten Clips mit den Clydesdale-Pferden, die Kraft und Anmut ausstrahlen. Seit 1989 ermittelt USA Today dank seines „Ad Meters“ anhand von freiwilligen Probanden den beliebtesten Super Bowl Werbespot. In 12 der letzten 15 Jahre lagen Budweiser oder Bud Light in der Gunst der Zuschauer vorn. 

Seit 2009 bekommt Anheuser-Busch mächtig Konkurrenz vom Chipshersteller Doritos. Dieser geht einen völlig anderen Ansatz. Anstatt sich von großen Agenturen beraten zu lassen oder in-house Ideen zu entwickeln, setzt Doritos auf die Kreativität der eigenen Konsumenten. Beim „Crash the Super Bowl Contest“ konnte jeder seinen Beitrag einreichen und den großen Playern damit die Spaß verderben. Die besten 10 Scripts wurden mit geringem budgetären Aufwand verwirklicht. Ein Online-Voting entscheidet nun, welche zwei Clips letztendlich während des Super Bowls laufen. Der erfolgreichere der beiden Clips wird von Doritos mit 1 Million Dollar prämiert.

Die Macht von Social Media

Das Spaß gewisse Grenzen hat, musste der Domain-Provider GoDaddy erfahren. In Anspielung auf den erfolgreichen Budweiser-Spot „Puppy Love“ versuchten die Macher von GoDaddy die Story aufzugreifen mit einem sarkastischen bis geschmacklosen Ende. Nachdem der entlaufene Hundewelpe nach Hause zurückgefunden hatte, wird er prompt verkauft. Ein Sturm der Entrüstung fiel im Vorfeld des Super Bowls von Seiten der Zuschauer und Tierschutzorganisationen herein. GoDaddy entfernte den Clip auf Youtube und verzichtet auch im  NFL-Endspiel auf eine Ausstrahlung. Ein Alternativclip läuft nun stattdessen. 

Link-Tipps:

Dieser Artikel erschien am 29. Januar 2015 auf www.football-aktuell.de und 1. Februar 2015 auf ran.de

Feedback gern per Twitter an @bjoernhesse